Geschäftsführer Stefan König hört auf -
Bürgermeister Hubert Gschwendtner ehrenamtlicher Nachfolger

Die Ausstellung über die bayerischen Päpste hatte Stefan König (links) konzipiert;
im Bild mit Hubert Gschwendtner. (Foto: Kleiner)
Marktl. Mit einer neuen Struktur und personellen Änderungen geht es bei der TBM (Tourismus und Begegnung Marktl GmbH) weiter. Die Weichen dafür sind in einer Gesellschafterversammlung und im Marktler Gemeinderat gestellt worden.
Marktl ist nun alleiniger Gesellschafter, die bisherigen Partner - Landkreis Altötting, Stadt Burghausen und Kreissparkasse - wollen die TBM aber weiterhin unterstützen; vorgesehen ist ein Betrag von je 5000 Euro im Jahr und eine Projekt bezogene Zusammenarbeit. Geschäftsführer Stefan König hört auf eigenen Wunsch Ende Juni auf. Bürgermeister Hubert Gschwendtner hat sich bereit erklärt, als ehrenamtlicher Geschäftsführer („für Null Euro“) weiterzumachen und wurde im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Gemeinderatssitzung mit 11:3 Stimmen gewählt.
Unterlegen war Fremdenverkehrsreferent Josef Fresz, der sich auch zur Verfügung gestellt hatte. Dieser hat dann am Freitagabend bekannt gegeben, dass er „mit sofortiger Wirkung das mir übertragene Referat für Tourismus als Marktgemeinderat in Marktl“ niederlegt.
Gschwendtner hat sich seinen Worten nach entschlossen, das Amt selber zu übernehmen, weil ihm der Tourismus und die Außenwirkung überaus wichtig seien. Mittelfristig sieht es so aus, dass der Tourismus in die Gemeindeverwaltung übergeht, personell sind schon die Weichen gestellt worden.
Stefan König hatte dem Gemeinderat in der Sitzung zunächst die Jahresbilanz 2009 vorgestellt und das Gremium genehmigte wie im Vorjahr den anteilsmäßigen Ausgleich von 14 000 Euro. Für heuer stehen die Ausgaben noch nicht genau fest, die Gemeinde hat aber laut Bürgermeister Mittel für den Tourismus, sprich die Dienstleistung für Marktl und die Region, eingestellt.
König ließ noch seine zweieinhalbjährige Tätigkeit Revue passieren und erklärte seinen Abschied, weil er anderweitig beruflich so eingespannt und alles gemeinsam nicht mehr zu schaffen sei. In der Anfangsphase der TBM stand mit seinem Vorgänger Stephan Semmelmayr mehr der Aktions- und Eventcharakter im Vordergrund; beispielsweise hat dieser den Papstüberflug organisiert. Das alles war König zufolge zu dieser Zeit wichtig, um Marktl weithin bekannt zu machen. Seine Aufgabe habe er aber dann mehr im Hintergrund in der harten inhaltlich-thematischen Arbeit gesehen. So habe er mit einer Mitarbeiterin ein nachhaltiges Marketing- und Tourismuskonzept entwickelt. „Darauf kann man nun aufbauen und weiterarbeiten“, fuhr er fort und zeigte sich zufrieden, dass er die TBM gut organisiert und finanziell solide übergeben könne.
Für das Konzept mit dem Schwerpunkt Spiritualität und Begegnung mit dem christlichen Glauben im Papstgeburtsort habe man umfangreiche Vorarbeit geleistet, auf Statistik, Fakten und Zielgruppenanalyse aufgebaut und das Alleinstellungsmerkmal von Marktl herausgearbeitet. Enthalten sei zum Beispiel, wie viel Reisegruppen, Einzelpersonen oder Radlergruppen wann im Jahr kommen und wie und was am besten beworben werden soll.
Die TBM habe eine gute Grundlage gelegt und Marktl als Ort der Begegnung in der Tourismuslandschaft positioniert und die Nachbarorte und die ganze Region profitierten durch Vermittlung von Bussen und Einzelbesuchern. Nach Königs Meinung war es eine gute Idee, am Anfang Gesellschafter mit ins Boot zu nehmen: „Marktl konnte das nicht allein stemmen.“ Diese seien als Partner weiterhin wichtig, machten aber verständlicherweise nur mit, solange sie auch einen Nutzen davon hätten.
Deshalb empfahl er dem Gemeinderat eindringlich, den Tourismus nicht zu vernachlässigen. Marktl könne durchaus selbstbewusst sein und sei noch immer ein Zugpferd für kombinierte Angebote mit den Nachbarn. Im Moment zeige sich das auch mit den vielen Gäste aus Amerika und Fernost, die die Passionsspiele in Oberammergau besuchen und einen Abstecher in den Landkreis machen.
Gschwendtner spendete Stefan König ein dickes Lob: Er sei der „ richtige Mann zur richtigen Zeit“ gewesen, habe harte inhaltliche Arbeit geleistet und mit dem professionellen Konzept für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit beste organische Voraussetzungen für die Weiterarbeit geschaffen. In der neuen Struktur sieht der Bürgermeister auch einen Vorteil: Wenn mittelfristig der Tourismus in der Verwaltung angesiedelt werde, müssten die Ausgaben nicht mehr jedes Jahr als Defizit deklariert werden. - mk
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