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Karl Beck (1887 – 1966)

Bürgermeister der Marktgemeinde Marktl (1924 – 1933)
Gründungsmitglied u. a. des Heimatbundes und des TSV Marktl
Gründer des Heimatmuseums


Am 28. März 1887 wurde Karl Beck in München geboren. Nach dem Besuch der Volks- und Realschule kam er auf Handels-, Maschinenbau- und Ackerbauschulen. Ein Praktikum auf dem landwirtschaftlichen Lehrgut in St. Ottilien und die Tätigkeit als Verwalter in Kunstmühlen, Sägewerken und Brauereien mit großen landwirtschaftlichen Nebenbetrieben schufen bei Karl Beck jene vielseitige Erfahrung, die ihm Zeit seines Lebens zugutekam.

Seit 1914 war Beck in Marktl als Landwirt, Kaufmann, Lagerhaus- und Verkehrsunternehmer tätig. Zuerst in einer von ihm gegründeten Einzelfirma und nach 1947 in einer Kommanditgesellschaft. Auch die im Jahre 1948 erfolgte Gründung des landwirtschaftlichen Lagerhauses in Mühldorf ist der Initiative von Karl Beck zu verdanken.

Als aktiver Turner, Sportler und Schwimmer schuf er 1923 den Turn- und Sportverein Marktl, dessen Ehrenvorsitzender er später wurde. 1924 gründete er auch einen katholischen Gesellenverein, dessen Ehrenmitglied er später ebenfalls wurde.

Während der beinahe 50jährigen Tätigkeit in unserer Heimat, deren Vielseitigkeit kaum zu überbieten war, war und blieb Karl Beck im Dienste der Allgemeinheit tätig. Mehrmals war er Bürgermeister (Bayernpartei) der Marktgemeinde. Viele Jahre war er als Kreisrat und Mitglied des Bezirkstags von Oberbayern tätig.

Der Marktgemeinde Marktl, dem Landkreis Altötting und dem Bezirk von Oberbayern konnte Karl Beck viele gute Dienste erweisen, z. B. die Elektrifizierung der Marktgemeinde. Als bald nach dem Ersten Weltkrieg zwei Jahre lang die Maul- und Klauenseuche im Landkreis Altötting und im Umkreis auftrat, gründete er eine Viehversicherung auf Gegenseitigkeit; die Geschäftsführung des Verbandes, die vielen Bauern im Schadensfall zugutekam, vollzog Beck ehrenamtlich.

Die Wasserversorgung in Marktl, die Karl Beck mit seinem Bürgermeistervorgänger durchzusetzen vermochte, erfolgte in einer wirtschaftlich schweren Zeit. Bis dahin gab es in Marktl nur einen Marktbrunnen; praktisch mussten alle Anwesen aus eigenen Pumpbrunnen mit Trink- und Nutzwasser versorgt werden. Als man den Friedhof verlegte, setzte Beck sich mit Erfolg für den Bau eines Leichenhauses ein. In den Jahren der großen Arbeitslosigkeit von 1929-1933, bewirkte es Beck, dass die Arbeitslosen nicht mit Almosen abgespeist wurden. Er bemühte sich um staatliche Mittel und um deren Verwendung für den Straßenbau Marktl-Perach. Damit kamen viele Arbeitslose wieder in Arbeit und zu Verdienst. Angesichts der großen Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg setzte sich Beck für den Bau von Wohnungen im Rahmen einer gegenseitigen Aufbauhilfe ein. Die Häuser entstanden längs der Brückenstraße (Burghauser- / Simbacherstraße). Damals wurden auch die Innbrücke erneuert und die Alzbrücke gebaut.

In dieser Zeit begann Becks unermüdliches Streben nach einer Straße von Marktl nach Marktlberg, die über den Bruckberg führen sollte. Karl Beck wurde freilich mit diesem Anliegen immer wieder abgewiesen. Als das Dritte Reich begann, legte er, seiner patriotischen Auffassung zufolge, seine Ämter freiwillig nieder. Was er vom Nationalsozialismus gehalten hat, das hat er schon vor 1933 mit der Gründung und Führung der „Bayernwacht“ bekundet. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte Becks Streben nach einer kanalisierten Bruckbergstraße sich mit Erfolg durchsetzen. Becks wiederholtem Einsatz ist auch das Entstehen einer neuen Wohnsiedlung am Ostrand von Marktl zu verdanken.

Für die notwendige Be- und Entwässerung Marktls bewies Karl Beck stets volles Verständnis. Sein Streben ging allerdings in der Richtung, dass die betreffenden Gelder zuerst der vordinglichen Kanalisation zugewendet werden müssen, ehe man an die Erweiterung der Bewässerungsanlagen gehen.

Einer besonderen Vorliebe Becks sind die Pflege heimatlicher Forschung und das Erhalten heimatlicher Bräuche und Trachten zu verdanken.

Kurz nach 1918 baute Beck unter vielen Opfern an Zeit und Geld das erste Marktler Heimatmuseum auf. Zur Zeit der Wohnungsnot musste es auf dem Dachboden des alten Schulgebäudes seinen Platz bekommen. Bereits vor der 500-Jahr-Feier Marktls konnte das Heimatmuseum sich zahlreichen Besuches aus Marktl und aus der näheren und weiteren Umgebung erfreuen. Oberlehrer Steinherr und Dr. Hochholzer unterstützten Beck in Sachen Heimatmuseum tatkräftig. In den Wirren nach dem II. Weltkrieg erlitt auch das Heimatmuseum schwere Schäden. Beck ließ aber nicht davon ab, Mühen und Opfer aufzuwenden, das Museum nochmals aufzubauen, weitere Museumswerte zu beschaffen und nun eine Schau präsentieren zu können, die es wert ist, der Nachwelt erhalten zu bleiben.

Bei der bereits erwähnten 500 Jahr-Feier inszenierte Karl Beck einen historischen Festzug, ein Festspiel und einen Schifferreigen. Die ausgezeichneten Darbietungen wurden in den Folgejahren mehrmals wiederholt. Auch die Wiederbelebung der historischen Georgi-Umritte ist Karl Beck zu verdanken. Auf Becks Betreiben wurde in Marktl eine eigene Inntaler Tracht geschaffen. Die Trachtenträger und die zugehörige Inntaler Blasmusikkapelle sind jetzt nicht nur in Marktl, in Mühldorf und anderen Provinzorten zu bewundern; sie gehören bereits zum festen Bestand des historischen Münchner Oktoberfestzuges. Karl Beck und seine Getreuen ernteten dafür schon reichen Beifall und nicht zuletzt eine besondere Anerkennung aus der Landeshauptstadt.

Oft ohne Rücksicht auf persönliche Belange und wiederholt unter schwierigsten Verhältnissen hat Karl Beck über Jahrzehnte hin unentwegt zum Wohle der Marktler, des Landkreises Altötting, des Bezirkes Oberbayern und nach bester Möglichkeit für sein ganzes Bayernland gearbeitet.

Nicht zuletzt wegen seines Engagements, seiner Heimatliebe, seines Gerechtigkeitssinns und seines urwüchsigen Humors erwiesen Karl Beck mehr als 1000 Leute die letzte Ehre.

 

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