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Moritz Brüll (1838 - 1900)

Errichtete 1886 ein Dampfsäge- und Hobelwerk
Damals der größte Arbeitgeber im Ort



Moritz Brüll wurde am 25.11.1838 zu Lichtenfels in der Oberpfalz geboren. Die Familie übersiedelte dann nach Regensburg. Sein Vater Alexander Brüll wurde dort Bürger und Großhändler. Die Familie gehörte der mosaischen Religion an. 1866 erhielt Moritz Brüll als Bürger zu Regensburg die Konzession als Holzgroßhändler und verheiratete sich mit der Kaufmannstochter Rosa Steinhardt von Sulzbach. Das Ehepaar bekam 8 Kinder.

Bereits 1874 errichtete Moritz Brüll in Munderfing (Österreich) ein Sägewerk. Vorteilhafte Zollbestimmungen für die Ausfuhr von Schnittware aus dem deutschen Reichsgebiet veranlassten Moritz Brüll im Jahr 1886 zur Gründung eines Zweigbetriebes in Marktl, den er zwischen dem Marktler Ortskern und dem Bahnhof errichtete. Das Werk war der erste Industriebetrieb in Marktl. Das Sägewerk war die größte Firma im Ort und wurde von seinem Bruder Emil Brüll (*1854 +1929) geleitet. Die Firma Brüll beschäftigte vor dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) bis zu 140 Arbeiter.

Nach dem Erliegen der Innschifffahrt, ausgelöst durch den Bau der Eisenbahn im vorherigen Jahrhundert, kam es zur allgemeinen Verarmung der Bevölkerung in unserer Gegend. So war die Ansiedlung eines Sägewerkes und somit die Schaffung der so dringend benötigten Arbeitsplätze ein willkommener, wirtschaftlicher Impuls für die Marktgemeinde.

Moritz Brüll verstarb am 21.11.1900 in Munderfing und wurde in Regensburg begraben. Aufgrund des Ersten Weltkrieges mussten seine Nachkommen schwere Rückschläge verkraften. Die Anzahl der Arbeiter sank auf etwa 30 Mitarbeiter. Nachdem 1938 Österreich von den Nationalsozialisten an Deutschland angeschlossen wurde, flüchtete die jüdisch-stämmige Familie in die Schweiz. Im gleichen Jahr wurde die Familie vom NS-Regime enteignet.

Auf dem Grundstück des damaligen Sägewerkes wurde eine Raufutterstelle errichtet. Dort mussten die Landwirte aus der Umgebung die vorgeschriebene Menge Heu und Stroh abliefern.

Nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes im Jahr 1945 forderte der Sohn Alexander Brüll (*1869 +1946) den Familienbesitz zurück. Im Jahr 1949 wurde das Gelände an den Enkel Alexander Brüll rückübertragen. Aufgrund des fehlenden wirtschaftlichen Erfolges verkaufte er den Besitz wenig später.



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